Denkanstoß: CoD4 als art-house Film?
5. Juli, 2008 von KlausBei Gamasutra bin ich über einen sehr interessanten und scharf gewürzten Artikel gestolpert, der einen ins Grübeln versetzt. Die Frage kursiert hier im Raum, ob die derzeit als Blockbuster geltenden Spiele bald in ein Nischendasein abrutschen könnten, das sich von wenigen Hardcore-Spielern ernährt. Werden wir in Zukunft eine Verlagerung, oder besser, einen Definitionsumschwung erleben, der im Vergleich zur Film-Industrie in eine komplett andere Richtung dahin fließen wird?
Die “Spiele-Plakate” der Zukunft?
Derzeit ist es so, im Film-Jargon gesprochen, dass Spiele wie Call of Duty als massentaugliche Hollywood-Blockbuster herhalten, während sich kleine unbeachtete Perlen wie ICO als Art-Hous Filme klassifizieren lassen. Nun könnte das Interesse an groß aufgebauschten und aufgeplusterten Werken schwinden, weil sich die Verkaufszahlen einer auf Gelegenheitsspieler abzielenden Casual-Game-Hydra exorbitant in die Höhe schwingen.
Ungeachtet der Inhalte, könnte sich also eine gewisse Verlagerung durch die Industrie schlängeln, die sich dadurch Ausdruck verleiht, dass Erzeugnisse wie z.B. Call of Duty 4 von Hollywood-Blockbustern á la Carnival Games an den Rand gedrängt werden könnten. Eine realistische Einschätzung? Droht uns das Ende Single-Player basierter Machwerke oder ist der Markt für ernsthafte Spieler schon auf eine Anteil geschrumpft, der von WiiSports & Co. flächendeckend überlagert wird?
Die interessante Frage, die hier mitschwingt, entspringt der Eigenart, dass sich Videospiele damit in eine Seitengasse manövrieren könnten, die sich abseits der gängigen Konventionen anderer Medien verorten lässt.

Wario Land: Shake It! avanciert immer mehr zum neuen Hoffnungsträger im Aufgebot der im diesen Jahr erscheinenden Wii-Spiele. Da verblassen selbst womöglich in zwei Wochen auf uns herab prasselnde Spiele wie Kid Icarus oder Animal Crossing Wii - der Fokus verschiebt sich zugunsten eines sich in die Traditionen eines Genres einreihenden Vertreters.


Wenn wir uns an die damalige N64-Version von Super Smash Brothers zurück erinnern, wird uns vielleicht auffallen, dass sich bei der Charakter-Auswahl circa gerade einmal zwölf Kombattanten anschickten, Verwirrung auf dem Kampf-Areal zu stiften. Nun hat sich die Bandbreite im neuen Brawl gar auf Figuren ausgeweitet, die fern des Nintendo-Stammbaums anzusiedeln sind (Solid Snake & Sonic). Doch nach Masahiro Sakurai, dem leitenden Entwickler des Prügel-Spiels, hätte daraus noch etwas mehr werden können.
Kaum eine Firma schafft es, für so viele Systeme gleichzeitig zu entwickeln, wie die Franzosen. Auf Wii und DS ist man im Casual-Bereich stark vertreten, PC Besitzer müssen auf die Konsolen-exklusiven Titel Tom Clancy’s End War und Soulcalibur IV verzichten, sonst ist der Next-Gen Bereich ausgeglichen. Einige Big Player wie das nächste Assassins’s Creed, Splinter Cell und Beyond Good & Evil 2 fehlen naturgemäß noch auf der Liste.
Sony und Microsoft könnten im Verbund wahrscheinlich eine Kreuzung aus PS4 & Xbox 720 erschaffen, mitsamt Final Fantasy, Dragon Quest und eines auf den westlichen Markt zugeschnittenen Halo 4. Zu der Konsole würde sich dann eine kostenlose Lebensversicherung hinzugesellen, und obendrein kassiert der Käufer eine Sofortrente in Höhe 500€ monatlich. Doch alles hilft nichts. Die Wii verkauft sich im Vergleich zu der Konkurrenz weiterhin blendend - speziell in japanischen Hoheitsgefilden.


