“So geil”, “so krass” da kriegt man sich nicht mehr ein

Klaus Schneider, 9. Oktober 2008 20:35 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Das waren meine, das unten stehende Video begleitenden Ausrufe, die mutterseelenallein im leeren Raum verhallten. Ihr wollt die neue plattformübergreifende Grafik-Referenz erblicken, dann müsst ihr euch an die von den Technik-Gurus und Hardware-Fetischisten beschimpften Wii wenden, die ganz im Stile von Okami trotz veralteter Rechenpferde Unglaubliches auf den Bildschirm zaubert. Ein bildgewordenes Gedicht, das uns vor lauter Farbenpracht und pittoresker Einflussnahme entzückt und regelrecht beschwipst zurücklässt. Ja, trunken gemacht von Bildern. So herrlich.

Doch um was geht es eigentlich? Anlässlich der Tokyo Game Show 2008 wurde ein taufrischer Trailer zum 2D-Action-RPG Oboromuramasa veröffentlicht, der mit bildgewaltigen Szenen aufwartet und uns in ein mythisch verklärtes, antikes Japan teleportiert, in dem die Götter und Sagengestalten das Lebensbild dominieren. Das Spiel sieht aus wie ein Japanischer Farbholzschnitt (siehe Screenshots in naher Nachbarschaft zu einem Holzschnitt) und tischt uns von der Sonne abgeschottete Bambushaine auf (ein Traum wird wahr!) Wir dürfen vor dem Hintergrund von blühenden Kirschbäumen einherschreiten und uns im tosenden Wellengang ein Stelldichein mit dem Tod geben. Die Bilder sitzen und dringen tief ins Gemüt. Fantastisch.

Der einzige Wermutstropfen, der trotz aller Technikbegeisterung und handgezeichneter Hintergründe aufzüngelt, besteht darin, dass das Spiel sich spielerisch wohl sehr stark an den spirituellen Vorgänger Odin Sphere orientiert, das zwar auf der Playstation 2 ebenso imposant aussah und sich auf gekonnte Weise der ungemein spannenden nordischen Mythologie bediente, doch in Punkto Gameplay unverschämt altbacken und monoton gewesen ist. Nach der frühen Begeisterung ob des Trailers kamen mir die letzten Spielstunden mit Odin Sphere in den Sinn, bei denen ich vor Müdigkeit nur noch die Kinnladen heruntersacken lassen musste. Hoffentlich setzt das für die Wii entwickelte 2D-RPG nicht auf eine ebenso zyklisch aufgebaute Level-Struktur. Und wenn ja, wonach es stark aussieht, dann biete gewürzt mit mehr Abwechslung. Das aus Odin Sphere bekannte Inventar-System, das uns die Fähigkeit in die Hände legte, ausgefallene Tränke zu brauen, darf selbstverständlich bestehen bleiben, weil es dem ansonsten monotonen Spielablauf eine taktische Brise beiwarf.

Trotz aller optischen Opulenz bedarf es natürlich einer abwechslungsreichen Spielstruktur, und das war meiner Meinung nach in Odin Sphere nicht gegeben. Doch Oboro….(vollständiger Name wird ausgelassen) ist schon so gut wie gekauft, auch wenn es “nur” die ersten zehn Stunden bei der Stange hält. Immerhin ist das ja auch schon was. Genießt jetzt einfach den bildgewordenen Traum, der uns ansonsten nur in den Köpfen unserer phantasieverhangenen japanisch veranlagten Gedankenwelt anfällt. So krass.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Jimbei

    schrieb am 12. Oktober 2008 um 18:36 Uhr (#)

    Nun, ich finde das gezeigte wirklich toll, aber die Laufanimation des Jungen sieht irgendwie… “tuntig” aus. ( ^ ^ )” Wer läuft denn bitte wie eine Ballerina auf Zehenspitzen?


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