Dragon Quest Swords: Die maskierte Königin und der Spiegelturm Review / Test

15. Mai, 2008 von Sebastian

Wii_DQSWORDS_TitleSheet_NOE Die Dragon Quest Reihe gehört neben Final Fantasy zu den besten und bekanntesten Rollenspiel-Serien überhaupt. Jeder zweite Spielefan kennt sie und hat sie zumindest schon einmal angespielt. Besonders erfolgreich ist die Serie in Japan, wo ein richtiger Kult bereits Gang und Gäbe ist. Nach zahlreichen Ableger auf verschiedenen Plattformen kommt endlich auch Nintendos Wii in den Genuss eines Square Enix Titels. Die Entwickler legten bei Dragon Quest Swords: Die maskierte Königin und der Spiegelturm besonders wert auf die vollständige Ausnutzung der Wii Eigenschaften, machten jedoch einiges im Setting anders als gewohnt.

Story

DQS_hero_pose2_finish Das Spiel beginnt in der wunderschönen Stadt Avalonia, die am Fuße der gleichnamigen Burg liegt. Ein namenloser Junge steht kurz vor seinem 16. Geburtag und ist endlich bereit den Pfad der Prüfung zu beschreiten, um als richtiger Mann bzw. Krieger anerkannt zu werden. Sein Vater Degenhardt vererbte ihm sein Wissen und seine Begabung für Schwertkunst, die er bei dem uralten Ritual unter Beweis stellen muss. Als er von seiner ersten Mission zurückkommt, scheinen sich während der Abwesenheit einige Dinge im Königreich verändert zu haben. Die Königin Curtana empfängt niemanden mehr und lässt auch ihren Sohn Anelace nicht zu sich. Die Königin hat sich aus unerklärlicher Weise zurückgezogen und trägt ständig diese seltsame Maske. Nun macht man sich zusammen mit dem Prinzen Anelace auf und versucht den Dingen auf den Grund zu gehen.

Bevor die Story jedoch so weitererzählt wird, macht man sich zunächst mit der Steuerung vertraut, die man vor allem bei dem Pfad der Prüfung bestens erklärt bekommt. Anfänglich sehr ungewohnt ist das neue Steuerungssetting, wo nur die Wiimote zur Kontrolle genutzt wird. Gesteuert wird der Charakter mit dem Steuerkreuz, was allerdings vollkommen gewöhnungsbedürftig ist. Alternativ kann man auch den B-Knopf drücken um sich vorwärts zu bewegen (oder zu rennen), muss dabei dennoch die beiden Richtungstasten nutzen. Letztendlich gestaltet sich das Steuerungssystem als völlig ungenau und unausgereift. Der Charakter lässt sich nur schwer steuern, was zum Teil Krämpfe in den Fingern verursacht. Warum die Entwickler gänzlich auf eine angenehme Nunchuk Steuerung verzichtet haben ist nicht bekannt. Ein möglicher Grund dafür wäre die nur wenig vorhandene Bewegungsfreiheit. Das ist mit Sicherheit neben der Steuerung auch eines der größten Mankos des Spieles, denn man kann sich nur auf einem vorgegebenen Pfad bewegen.

In der Stadt darf der junge Held zwar fast überall hin laufen, doch außerhalb von Avalonia bzw. auf den Waldwegen und Dungeons fühlt man sich wie auf einer Schiene. Man drückt den Laufbutton und schon läuft man auf einer Linie entlang, auf der man sich nur wenige Grad nach links und nach rechts drehen kann. Besser funktioniert im Gegenzug die Kampfsteuerung. Man hält ein Schwert und ein Schild in den Händen, welche innovativ eingesetzt werden. Findet also ein Kampf statt, erscheinen aus dem Nichts Monster, die einem das Leben schwer machen möchten. Dabei verwandelt sich der Bildschirm in einen Kampfschauplatz, wo wie gewohnt sämtliche Monster erscheinen. Nahezu abwechselnd teilen die fiesen Bösewichte aus, was man via B-Knopf verhindern kann, wenn man denn schnell genug reagiert. Mit B hebt man das Schild und kann dieses an beliebiger Stelle auf dem Bildschirm positionieren. Schlägt ein Gegner z.B. nach rechts unten zu und ein anderer Gegner im Folgemoment oben links, ist schnelles Vorgehen gefragt, da man das Schild an gleicher Stelle via Pointerfunktion ansetzen muss. Ein witziger Effekt dabei ist, sobald man kritisch getroffen wurde und etwas LP (Lebenspunkte) verloren hat, wird auch der Schild optisch mit in Leidenschaft gezogen.

Die Wiimote wird während eines Kampfes wie ein Schwert gehalten und genauso identisch benutzt. In der Praxis klappt das dann doch nicht ganz so sauber, was aber kein großer Beinbruch ist. Je nachdem wie geübt man ist, kann man eine Hilfestellung ausschalten. Mit einem Zielpunkt (Hilfestellung) markiert man ein Ziel oder einen Bereich, wo das Schwert zuschlagen soll. Hat man den Dreh raus, kann man darauf auch komplett verzichten. Die Wiimote wird wie ein Schwert in alle Richtungen geschwungen und gestoßen. Hilfreich ist der Zielpunkt vor allem bei bestimmten Gegneranordnungen. Sind 3 Slimes etwa in einer Linie aufgestellt, markiert man den linken Slime und zieht das Schwert mit voller Wucht durch die Gegner, so dass alle 3 gleichzeitig Schaden erleiden. Neben normalen Hieben und Aktionen, gibt es auch den sogenannten Meisterstreich, welchen man einsetzen kann, sobald die Meisterstreich-Anzeige voll aufgeladen ist. Der Meisterstreich ist ein kraftvoller Angrifft und fügt den Gegnern großen Schaden zu. Dabei schwingt man die Wiimote wie auf dem Bildschirm abgebildet in mehreren Positionen.

Die Rollenspielelemente kommen bei Dragon Quest Swords nicht zu kurz. In der Stadt Avalonia gibt es Händler, die allerlei Ausrüstungsgegenstände, Waffen und Heilmittel verkaufen, aber auch ankaufen. Der Waffenhändler bietet nicht nur die feinsten Schwerter, sondern vergütet auch die Waffen. Das heißt, dass man zum kleinen Preis eine effektivere Waffe bekommen kann. Die typischen Rüstungen und Schilde bekommt man etwa bei der guten älteren Dame direkt neben dem furchteinflößenden Waffenhändler. Jedes Utensil besitzt Eigenschaften, die z.B. die Abwehr steigern. Heilkräuter, Gegengiftkräuter und Zauberwasser sind die alltäglichen Gegenstände, die jeder Rollenspiel Spieler dabei haben muss und selbsterklärend sind.

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Zu Euren Diensten

Gefährten, wie etwa Prinz Anelace, besitzen Zauber und Fähigkeiten, die sie im Kampf als Hilfe einsetzen können. Dabei muss man im Menü einstellen, welche Taktik man bevorzugt. Die Gefährten setzen also bei Bedarf ihre Zauber und Fähigkeiten automatisch ein, so dass man sich völlig auf die Auseinandersetzungen konzentrieren kann. Alternativ lassen sich die Teammitglieder auch befehligen, doch man sollte darauf aufpassen, dass man selbst im Kampf nicht fällt. Ist das geschehen und ein Gefährte ist dennoch am Leben, ist die Mission zu Ende. Jederzeit darf man aus dem Inventar bzw. dem Beutel Tränke oder Kräuter nehmen, um die Lebenspunkte von jedem Charakter aufzufüllen. Alternativ bietet sich die Möglichkeit, sofern die Helfer Magiepunkte übrigen haben, sich selbst heilen zu lassen.

Grafik

Die Charaktere sehen wieder typisch japanisch aus und orientieren sich an den typischen Square Enix Titeln. Weiterhin sind sie sehr detailliert und äußerst angenehm zu betrachten. Da die Dragon Quest Reihe bisher niemals für die ansprechendste Grafik stand, macht auch Dragon Quest Swords keine Ausnahmen: Verwaschene Texturen, fehlende Kantenglättung und eine kahle Umgebung.

Sound

Wie bereits in den Vorgängern, gibt der Sound den Spielern ordentlich ein paar auf die Ohren. Hier lauteten die Stichwörter episch und eindrucksvoll. Die Musik passt immer zum Spielgeschehen und lässt niemals den Moment entstehen, an dem man die Lautsprecher leiser drehen möchte. Auch die Effekte sind gelungen und so darf man sich im virtuellen Wald zwischen Vogelgezwitscher und Wind heimisch fühlen.

(Fazit weiter unten)

Wir bedanken uns bei Koch Media für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.

Game Facts
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Entwickler: Square Enix
Publisher: Square Enix / Koch Media 
Genrè: Rollenspiel
USK: 6
Pegi: 12+
Multiplayer: 1 Spieler
Sprache: Deutsch / Multi 5
Preis: EUR 59,99 / CHF 97.-
Website: dragonquestswords.de

Review Dragon Quest Swords  
 
Beschreibung
Steuerung
Charakter Steuerung und Kämpfe sind weniger gelungen, dafür aber neuartig.
Grafik
Verwaschene Texturen und detailarme Umgebung, die dennoch von der Optik her überzeugt.
Sound
Qualitativ hochwertige Kost, die man von Square Enix kennt. Epischer Soundtrack und tolle Musikuntermalung.
Spielspaß
Der Spielspaß wird durch die Begrenzung der Bewegungsfreiheit zwar etwas getrübt, dennoch kommt man von dem Spiel nicht mehr los.
Sonstiges
+ Altbekannte Monster 
- Das Spielprinzip spricht keine fortgeschrittenen RPG Spieler an
- Zu kurz

77%

Fazit
Im Grunde ist Dragon Quest Swords ein klassisches Rollenspiel und enthält alle Elemente, die man auch in den Vorgängern findet. Der große Unterschied hierbei ist jedoch, dass man keine große Bewegungsfreiheit hat, was zwar die Übersichtlichkeit enorm steigert, allerdings die Entdeckungsfreude mindert. Grafisch ist das Spiel zwar kein Meilenstein, die Optik hingegen glänzt mit detaillierten Charakteren und schönen Effekten, wie sie etwa in den pompösen Wäldern in Form von Lichtstrahlen auftreten. Zum Abschluss bleibt zu sagen, dass Dragon Quest Swords bewusst oder gar unbewusst auf eine andere Zielgruppe zielt als die Vorgänger. Mit einfachen Worten: Es ist ein Casual Rollenspiel!

Galerie

Trailer

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