SEGA Superstars Tennis Review/ Test

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Zu den Aufgaben eines waschechten Maskottchens gehört ein großes Maß an Flexibilität. Nachdem Sonic und seine Freunde erst vor kurzem bei den Olympischen Spielen unterwegs waren, haben sie sich jetzt zu einem Tennis-Turnier getroffen. Bisher ist die Konkurrenz in diesem Genre auf der Wii noch nicht allzu groß, dank der im Grundpaket beiliegenden Spielesammlung Wii Sports, kommt jeder Käufer automatisch in den Genuß des aktuell zugänglichsten Vertreter dieser Sportart. Kann der Sega Titel gegen diese Einfachheit bestehen? Denn offensichtlich ist nicht der Hardcore Tennis-Fan das Zielpublikum, sondern die selben Menschen, die mit der Wiimote zum ersten Mal einen Controller in der Hand hielten und stundelange Matches gegen ihre konsolengestählten Verwandten bestritten.

Insgesamt sechzehn Charaktere können freigespielt und gesteuert werden, darunter auch eher selten Gäste in Spielen wie Alex Kidd, der Zwerg aus Golden Axe, Nights und Ulala.

Auf den ersten Blick, mehr Umfang

Das größte Manko der einzelnen Disziplinen aus Wii Sports, war sicher die mangelnde Vielfalt. Wer keine menschlichen Spieler zur Verfügung hatte, konnte zwar Medaillen sammeln, doch der wahre Spaß kam nur mit drei realen Gegner auf. Schon das Menü von SEGA Superstars Tennis lässt unschwer erkennen, das doch erheblich mehr Abwechslung geboten wird. Das Kernstück des Spiels ist dabei der "Superstar Modus", nur hier ist es möglich, alle Charaktere, Minispiele und Plätze freizuschalten, was auf der einen Seite natülich motiviert (wer wird nicht gerne für seinen Einsatz belohnt), auf der anderen Seite stellt sich aber auch ruck-zuck Frust ein, wenn eine Mission mal wieder so richtig unschaffbar daherkommt. Daneben können einfache Matches (Einzel oder Doppel), ein Turnier gegen fünf Computergegner oder die Minispiele (auch im Multiplayer) einzeln angewählt werden. Der Online-Modus, den es auf den anderen Konsolen gibt, wurde für die Nintendo Kiste aus unbekannten Gründen einfach unter den Tisch fallen gelassen.

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Der Knackpunkt: Die Steuerung

Noch wichtiger als die zur Verfügung stehenden Modi, ist zweifelsohne die Spielbarkeit, welche sich im Falle von Tennis relativ leicht an der Steuerung fest machen lässt. Insgesamt stehen vier Möglichkeiten zu Verfügung, zwei davon machen Gebrauch vom Motion Sensor. Anders als beim Nintendo Konkurrenten kann entweder per D-Pad oder mit dem Nunchuck die Richtung des Balls bestimmt werden, die Knöpfe A und B dienen der Ausführung von Lob und Stopball. Wer lieber auf den Knöpfen auch die normalen Schläge ausführen möchte, muss entweder die Wiimote quer halten oder einen Classic Controller anschliessen. Allerdings haben sich die Entwickler zu einer seltsamen Entscheidung durchgerungen, statt vier Tasten mit jeweils einer Aktion zu belegen, hat man nur zwei zur Verfügung. Die alternative Funktion können nur durch gleichzeitiges Drücken von zwei Knöpfen erreicht werden, auch die Reihenfolge spielt dabei eine Rolle. Wieso auf ein solch unnötig kompliziertes Verfahren zurückgegriffen wurde, kann ich nicht nachvollziehen.

Sega Superstars Tennis-Nintendo WiiArtwork2592Copy of POSE B static080108 FINALWer also am liebsten nur schlagen möchte, lässt einfach den Nunchuck weg, dann läuft die Figur automatisch an die richtige Stelle, wie man das aus Wii Sports Tennis kennt. Tatsächlich macht diese Art der Steuerung auch am meisten Spaß, mit dem D-Pad ist es auch bei dieser Konfiguration möglich, den Charakter zu bewegen und die Flugrichtung des Balles zu bestimmen. Nicht unerwähnt sollte noch bleiben, dass die Minispiele nur mit dem traditionellen Layout, also Wiimote quer, bewältigt werden können, da es hier besonders auf Präzision ankommt. Auch diese Entscheidung muss man als seltsam bezeichnen, denn wer mit Nunchuck die Matches spielt, muss diesen jedesmal für die Minispiele ausstöpseln.

Was gibt’s noch ausser "normalem" Tennis?

Eine sehr gute Frage! Wer schon einmal Virtua Tennis gespielt hat, kennt sicherlich die kleinen Trainings-Spielchen, in denen jeweils ein Attribut des eigenen Spielers trainiert werden kann. Sie sorgen nicht nur für Abwechslung, sondern machen größtenteils auch richtig Spaß. Diese dienten ohne Frage als Vorlage für die cleveren acht kleinen Titel, die ihren Weg in SEGA Superstars Tennis gefunden haben. So schiesst man auf Bösewichte in Virtua Cop mit dem Tennisball, sortiert die Reihen aus Puyo-Puyo (Dr. Robotnikos Mean Bean Machine) durch gezielte Schläge, besiegt herannahende Ungetüme wie in Space Harrier und zockt eine Runde Chu Chu Rocket zwischendurch, alles mit der Macht der kleinen Filzkugeln! Leider müssen diese erst mühsam freigespielt werden, doch hat man es endlich geschafft, darf man mit bis zu drei Kumpels gleichzeitig auf Highscore-Jagd gehen.

Noch ein paar Worte zu den toll designten Arenen. Diese sind mit solch einer Liebe zum Detail erstellt worden, dass vor allem Fans von alten und nicht ganz so alten Sega Titeln ihre wahre Freude daran haben werden. Out Run, Samba de Amigo, Sonic the Hedgehog, Super Monkey Ball, Jet Set Radio, Golden Axe, Space Channel 5 und einige mehr, erkennt man auf den ersten Blick und freut sich über den Besuch in den aus Kindertagen bekannten Umgebungen. Ein kleiner Höhepunkt ist sicherlich der Platz auf dem Flugzeuträger aus After Burner, während einer Partie starten und landen ständig Flugzeuge um einen herum!

Wir bedanken uns bei Sega für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.

Game Facts
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Entwickler: Sumo Digital
Publisher: Sega
Genrè: Tennis / Party
USK: 6
Pegi: 7+
Multiplayer: 1-4
Sprache: Multilingual
Preis: EUR 48,95 / CHF 78,-
Website: web.sega-europe.com

Review SEGA Superstars Tennis
Beschreibung
Steuerung

Die vier verschiedenen Alternativen bieten genügend Eigenständigkeit, um jeden Spielertyp anzusprechen. Echte Tennis Cracks sollten aber lieber auf eine anderes Spiel warten, da die Vielfalt der Schläge doch enorm zu wünschen übrig lässt.

Grafik

Das ganze Spiel ist poppig bunt und das ist auch gut so. Die liebgewonnenen Charaktere sehen so aus, wie man sie sich vorstellt. Vor allem die thematisch an das Vorbild angelehnten Stadien sind eine echte Augenweide, nicht nur für Fans, aber besonders für die.

Sound

Spätestens wenn man zu Samba de Janeiro die Bälle über das Netz drischt, geht der Soundtrack ins Blut über. Neben einigen Sprüchen der Superstars und dem ploppen des Balles, hat jede Arena die passenden Geräusche, welche zusätzlich zu guten Atmosphäre beitragen.

Spielspaß

Wem Wii Sports zu trocken war und wer keine Tennis-Simulation erwartet, hat vor allem mit mehreren Spielern seinen Spaß. Wenn die Lust auf das schnöde Tennis vergangen ist, bieten die Minispiele eine gelungene Abwechslung.

Sonstiges
+ schöne Optik
+ bekannte Charaktere und Levels
+ acht recht unterschiedliche Spiele im Spiel
- zu wenig Schlagvarianten
- zu steril, nicht abgedreht genug
- fehlender online Modus

62%

Fazit
Wer dachte, hier würden die besten Elemente aus Virtua Tennis und Mario Tennis zusammenfinden, hat sich leider getäuscht. Als reines Tennis-Spiel gibt es zu wenig Schlagvarianten, der Mangel an Geschwindigkeit und Spezialschlägen (nur einen pro Charakter) bzw. Extras verwehrt auch den erfolgreichen Weg in die Spaßecke. Die teils abgedrehten Minispiele sorgen kurzzeitig für Spaß, wer wollte nicht schon immer mal Horden von Zombies mit Tennisbällen maltretieren. Insgesamt hätten die Optik und Thematik ein deutlich besseres Spiel verdient, für eine eventuelle Fortsetzung sollte man sich überlegen, den Schwerpunkt mehr in Richtung Party-/Funspiel zu verlagern.

Galerie

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