Harvest Moon: Magical Melody Review / Test

HMMM_Wii_packshot_NOE Viehzucht, Ackerbau und dabei richtig anpacken. Für viele Leute ein Traum der Unabhängigkeit. Doch sich dabei die Hände schmutzig machen? Irgendwie kommt man nicht drum herum. Oder doch? Seit 1996 tummeln sich zahlreiche Hobby Bauern in der Bauern-Simulation Harvest Moon. Das Besondere an Harvest Moon: Magical Melody ist, dass es das einzigste Wii-Spiel ist, welches nur in Europa erschienen ist. Das resultiert daher, weil es eine Portierung der GameCube Version ist, die es nur in Japan und den USA zu erwerben gab. Im Gegensatz zu der GameCube Version, wird die Wii-Steuerung zum Teil genutzt. Doch das war es dann auch schon.

Im Grunde ist es so, dass sich die Story in allen Versionen nicht großartig unterscheidet. Der Schwerpunkt liegt immer auf der Simulation selbst und die Geschichte ist eher nur ein Zweck zum Mittel. Auch Magical Melody nimmt sich dieser an und geht gewohnte Wege. Während also das Ziel ist, einen Bauernhof aufzubauen und zu pflegen, gibt es auch geschickt eingebrachte Nebengeschehnisse, die sich letztendlich als Hauptziel entpuppen.
Zu Beginn lesen wir eine Anzeige, in der ein Rancher gesucht wird und gerne im Knospendorf arbeiten möchte. Da wir also keine andere Wahl haben, treffen wir den Dorfbürgermeister Theodore und nennen ihm unseren Namen. Auffällig hierbei ist, dass der junge Rancher zwar stets der gleiche Charakter ist, aber über keinen eigenen Namen verfügt. Nachdem wir unserem Rancher ein Ich gegeben haben, dürfen wir uns nun eine Parzelle bzw. ein Haus auswählen und damit gleichzeitig den Platz auf dem das Eigenheim steht. Hierbei ist zu beachten, dass jedes Land unterschiedliche Eigenschaften besitzt. Die Dorfmitte bietet zwar nicht viel Platz, ist allerdings am praktischsten. Bei der Küste ist das Land groß, doch unfruchtbar. Das Flussufer ist gut zum Angeln, jedoch… . Wir entscheiden uns für die Dorfmitte, da sie nahe vielen Läden sowie Bergen und Höhlen liegt. Der Anfang selbst gestaltet sich für Anfänger nicht gerade einfach. Um einen Überblick zu bekommen, sollte man sich erst in der Gegend umschauen und die dort lebenden Einwohner treffen.
Nach einem erholsamen Schlaf, klopft es an unserer Tür und 3 kleine Erntehelfer Geister erscheinen. Sie bitten uns ihnen zu helfen und so begleiten wir sie an einen geheimnisvollen Ort, an dem die Erntegöttin versteinert steht. Der Grund für ihre Versteinerung ist, dass die Menschen nicht mehr an das Märchen der Erntegöttin glaubten, woraufhin sie zu Stein wurde. Um sie zu retten, müssen wir Noten sammeln, die bestimmte Instrumente ergeben.

screenshot_052

HundDas Wichtigste ist sicherlich erstmal Geld zu verdienen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie wir unser Einkommen aufbessern können. Hat man sich für das Land nahe am Gewässer entschieden, wäre Fischfang die bessere Wahl.  Besitzt man fruchtbare Erde, ist es wohl sinnvoll, wenn man Obst und Gemüse anbaut.  Dazu dienen zahlreiche Werkzeuge und Utensilien.  Etwa die Spitzhacke um Erde aufzulockern oder die Gießkanne, die wahrscheinlich selbsterklärend ist. Wie in den Vorgängern, ist dazu Ausdauer und Geduld gefragt, da viel Zeit beansprucht wird. Wer allerdings ausreichend Platz besitzt, sollte eher auf Viehzucht schielen. Die Endprodukte kann man dann natürlich verkaufen, um Geld zu scheffeln. Während man arbeitet und beispielsweise die Axt schwingt, geht dem Charakterer gleichzeitig auch die Energie aus. Daher ist ein wachsames Auge gefragt, welches den Überblick auf die noch verfügbare Energie prüft. Mit Nahrung oder einem ausgiebigen Schlaf, ist der pummelige Rancher wieder fit.
Doch auch Kalkulationen und Strategie kommen nicht zu kurz. Vor dem kommenden Tag lohnt sich ein Abstecher in Richtung Fernseher, wo man das aktuelle Wetter abrufen kann. Möchte man dem Bauernleben entfliehen, gibt es ab und zu Veranstaltungen bzw. Festivals, die dann in einer Art von Minispielen vorliegen.

So recht möchte bei Magical Melody jedoch keine Persönlichkeit aufkommen. Die Dorfbewohner spucken meist immer den gleichen Text aus und unterscheiden sich untereinander nicht großartig voneinander. Genauso wie die Charaktere, gestaltet sich auch Die Umgebung. Beispielsweise ist die Übersicht einfach nicht gewährleistet. Zum einen ist die Kamera nicht frei drehbar, was die Sicht etwas erschwert. Zum anderen zeigt die Minimap nur Häuser an, die identisch aussehen. Man weiß zwar, dass dort und dort gleich ein Haus kommt, aber welches sich dahinter verbirgt, wird nicht angezeigt. Immerhin bietet das Spiel dem Spieler große Freiheiten, die sich nicht nur auf den Aufbau der Farm beschränken, sondern auch in den sozialen Kontakten. So darf man sich später evtl. auf eine Frau und mehr freuen.

Die Steuerung ist ein zweischneidiges Schwert. Während der Farmer via Joystick gesteuert wird, kann via Z-Knopf ein beliebiges Werkzeug benutzt werden. Alternativ lässt sich auch mit einem sensitiven Schlag der Wiimote die gleiche Aktion ausführen. Doch dabei bleibt es dann auch. Die GameCube Steuerung wurde nahezu identisch übernommen, weshalb es fast keine Wii typische Bewegungen gibt. Ob man das lieber hätte lieber auf die Wii Begebenheiten umsetzen hätte sollen, muss letztendlich jeder selbst wissen.
Der Charakter bewegt sich etwas schwammig und unkontrolliert, wodurch selbiger oft an Objekten hängen bleibt. Auch das Bearbeiten von Feldern scheint etwas ungenau zu sein. Zumindest kann man den Bereich per Knopfdruck anzeigen lassen, so dass man nicht komplett verlassen da steht.

Technik - Es ist nicht immer alles Gold was glänzt

So niedlich und bunt das Spiel auch sein mag, so hätten die Entwickler durchaus mehr Arbeit investieren sollen. Manche Texturen sehen zu lieblos aus und die Umgebungen zu leblos. Die Animationen sehen jedoch putzig aus, was dem Spiel mehr Niedlichkeitsfaktor beschert. Die Musik ist anfangs noch angenehm, geht später aber in nerviges Gedudel über. Alles in allem passt die Technik trotzdem gut zum Spiel.

(Fazit weiter unten)

Wir bedanken uns bei Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Testmusters.

Game Facts

Entwickler: Rising Star Games 
Publisher: Nintendo 
USK: -
Pegi: 3+
Multiplayer: 1-4 Spieler
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 39,45 / CHF 70.-
Website: nintendo.de

Review Harvest Moon Magical Melody  
 
Beschreibung
Steuerung
Der Charakter steuert sich etwas fummelig, was öfters an Objekten endet. Die sensitive Steuerung beschränkt sich gerade einmal auf das Benutzen der Werkzeuge.
Grafik
Bunte und schrille Umgebung, die den typischen Harvest Moon Flair auf den Bildschirm zaubert.
Sound
Zum Teil angenehmes Gedudel, welches jedoch sehr abwechslungsarm ist.
Spielspaß
Magical Melody bietet allerlei Dinge, die auf den ersten Blick ein Endlosspiel bieten. Man arbeitet zwar auf bestimmte Ziele hin, doch fällt der Weg bis dahin langatmig aus.
Sonstiges
+ Die Wii Version gibt es nur in Europa 
- Zu wenig Neues im Vergleich zu den Vorgängern

72%

Fazit
Von Harvest Moon erwartet man nie, dass man ein komplexes und technisch ansprechendes Spiel bekommt. Jedoch gibt es weder ein Tutorial noch großartige Spieletipps, was vor allem für Anfänger der Serie ärgerlich ist. Immerhin ist die Anleitung recht üppig gestaltet. Harvest Moon lässt sich im Grundkern mit Animal Crossing vergleichen. Es kommt ein Charakter in ein Dorf, führt ein eigenes Leben und knüpft soziale Kontakte. Das macht Harvest Moon auch ganz gut, doch leider ist die Abwechslung auf Dauer nicht ganz so ausgeprägt. Man hat immer das Gefühl, dass der Titel nur halbfertig ist. Wer noch nie ein Harvest Moon gespielt hat, kann ruhig einen Blick riskieren, da es sich quasi um einen völlig neuen Ableger handelt, der bisher nie in Europa erschienen ist. Eine bessere Alternative ist aber Harvest Moon DS.

screenshot_013 screenshot_019 screenshot_030

screenshot_032 screenshot_043 screenshot_052

Hinterlasse einen Kommentar: