Need for Speed: Carbon Review / Test
22. Januar, 2007 von Simon
EA schlägt schon wieder zu: Das alljährliche Need for Speed Update macht erneut die Runde und nimmt dabei auch den Wii ins Fadenkreuz. Need for Speed Carbon verspricht nicht nur jede Menge Tuning-Action, Fahrzeuge und neue Strecken, sondern vor allem eine innovative Steuerung, an der natürlich die Wiimote beteiligt ist. Gentlemen, start your engines! Mehr im Review.
Während bei Most Wanted alle Rennen bei Tage gefahren wurden, wechselt Carbon nun wieder in die Nacht. Für mich persönlich ein Rückschritt, da zwar die Licht-Effekte cool aussehen, man aber sonst von den Strecken nicht viel mitbekommt. Auch sonst hat EA mehrheitlich alles beim alten belassen: Eine grosse Stadt, viele Tuner, mehrere Bezirke und freischaltbare Strecken sowie massig Tuning-Zubehör. Der Teufel muss also im Detail versteckt sein!
Dejà-Vu?
Carbon wirkt auf den ersten Blick wenig innovativ. Trotz der komplett neuen Stadt scheint es für NfS-Kenner, als wäre man zuhause - die Strecken wirken in der Nacht eifach alle
ähnlich. Auch am Spielprinzip hat sich wenig geändert. Nach und nach übernimmt man durch Siege ein Gebiet nach dem anderen, wobei jeweils ein Bossgegner besiegt werden will. Nervig ist wie schon bei Most Wanted die Tatsache, dass kleine Fahrfehler oder Schnitzer meistens das aus bedeuten, da man nur als erster gewinnt und die Gegner sich dem Spieler anzupassen scheinen.
Ebenfalls mit dabei sind die abwechslungsreichen Drifts, spätestens aus dem Film Tokyo Drift bekannt. Es handelt sich dabei um eine Einzelprüfung, in der man eine kurvige Strecke mit so wilden Drifts wie möglich (und so nahe an der Mauer wie möglich!) beenden muss. Kein Zuckerschlecken, aber doch fast spassiger als die Standard-Rennen.
Wiiiiimote!
Tja, und wie steuert man den Wagen mit der guten alten Wiimote? Wie bei den meisten Rennspielen hat auch EA eine einfache, aber gute Variante gewählt. Die Wiimote wird quer (wie
eine Querstrebe) und wie ein Lenkrad gehalten. Mit etwas Übung ist diese Art der Steuerung überraschend präzise, so dass man tatsächlich wie mit einem virtuellen Lenkrand in der Wohnung herumfuchtelt. Allerdings muss ich zugeben, dass die Steuerung zwar innovativ wirkt, aber ob sie sich zum Spielen auch längerfristig so anfühlt? Wer schon einen engagierten Gamer mit einem normalen Gamepad beobachtet hat, wird gesehen haben, dass auch der steuerähnliche Bewegungen macht - auch wenn die Kommands von den Buttons und nicht von den Bewegungen kommen. Mich hat zwar überzeugt, dass die Steuerung sehr eingängig und exakt funktioniert, aber längerfristig gibt es dafür leider keinen Bonus.
Teamfeatures
Abgesehen vom Einheitsbrei bietet Carbon tatsächlich einige neue, coole Features.
Und zwar betreffen die das eigene Team. Mit der Zeit lernt man als Neuling in der Stadt immer mehr Leute kennen und schätzen. Diese stehen einen dann während der Rennen oft unterstützen zur Seite. Mit einfachen Kommandos kann man Windschatten fahren, sich Gegner wegrammen lassen oder gar den Abstand zum Zeitplazierten weiter ausbauen. Pro Rennen ist jedoch nur ein Teamfeature vorhanden, je nach Strecke und Gegner muss man sich also taktisch entscheiden.
Die Tuning-Möglichkeiten wurden weiter ausgebaut und erlauben nun auch das komplett individuelle Gestalten von einzelnen (äusseren) Autoteilen. Eine nette Idee, da so Tuningfreaks wirklich auf ihre Kosten kommen. Ein grosser Minuspunkt muss man Carbon dann leider bei der Grafik abknöpfen, da auch wunderschöne Wagen bei der Präsentation einfach keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Next-Gen Technik?
So wunderschön die Wii-Steuerung auch funktioniert, grafisch hinkt die Konsole leider stark
hinter Xbox 360 und PS3 hinterher. Gerade für Spiele wie Need for Speed, bei welchen die schnelle und detaillierte Grafik durchaus eine Rolle spielt, zeigen sich die Schwachpunkte des Wii. Bei Carbon darf man die Präsentation bestenfalls als “zweckmässig” bezeichnen. Komischerweise gilt dies leider auch für den Sound, der ebenfalls den grossen Brüdern hinterher zu hinken scheint. Schade - wobei nicht ganz klar ist, ob das Potenzial des Wii einfach nicht komplett ausgeschöpft wurde, oder ob die Konsole damit tatsächlich bereits an ihre Grenzen kommt.
Fazit
Need for Speed Carbon haut alte Hasen nun wirklich nicht von den Socken. Ein paar neue Tuning-Features sowie die taktischen Möglichkeiten mit dem Team wiegen leider die etwas fade Spielgestaltung nicht auf. Es passiert einfach zu wenig im NfS-Universum, als dass man jedes Jahr wieder begeistert dasselbe Spiel mit einigen Updates begrüssen könnte. Die Wiimote-Steuerung überzeugt auf jeden Fall und macht Hoffnung für spätere Rennspiel-Versuche. Gleichzeitig ist aber die technische Präsentation leider nicht gerade umwerfend, so dass man sich die Grundsatz-Frage stellen muss: Taugen solche Spiele auf dem Wii etwas? Für alle Interessierten empfehlen wir eine Probefahrt - den einen oder anderen wird die Steuerung vielleicht tatsächlich vom Hocker reissen!
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USK: ab 12
PEGI: 12+
Multiplayer: 2 Spieler online
Sprache: Deutsch
Preis: CHF 89.-
Off.Website: www.ea.com











